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Baustoffe
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Auch Baustoffe unterliegen Trends. Zum einen bestimmten in vergangenen Epochen der Baukunst die technischen Möglichkeiten der Verarbeitung, welche Materialien zum Einsatz kamen, zum anderen waren es Geschmack und Zeitgeist, die Einfluss auf die bevorzugte Wahl nahmen. Ebenso richtete sich die Wahl der Werkstoffe, besonders im privaten und kommerziellen Bausektor, nach den Angebotspreisen, die sich in Abhängigkeit der Produktionskosten ergaben.
Holz war in den meisten menschlichen Siedlungsgebieten in vielerlei Form verfügbar und relativ leicht zu bearbeiten. Daher ist Naturholz der vielleicht ursprünglichste Baustoff. Die guten statischen Eigenschaften bei gleichzeitig geringem Gewicht und guter Verfügbarkeit machten das Holz als Baustoff derart begehrt, dass auf umfangreiche Rodungen vielerorts bald der völlige Kahlschlag ganzer Landstriche folgte. An eine nachhaltige Waldwirtschaft denkt man erst seit wenigen Jahrhunderten.

Die Bearbeitung von Natursteinen zu nutzbaren Formen wurde durch die Entwicklung geeigneter Werkzeuge möglich. Schichtmauerwerke lösten die zuvor üblichen Bruchsteinmauern ab und es entwickelten sich die unterschiedlichsten Formen din Aufbau und Aussehen. Die Entwicklung von Kunststeinen beschleunigte die Produktion und senkte die Kosten. Einfache Lehmziegel wurden an der Sonne getrocknet oder in Öfen gebrannt. Ziegel sind die ältesten vorgefertigten Bauelemente. Sie werden als Quader mit Mörtel zu unterschiedlichen Mauerwerken gefügt. Als Blendziegel oder Vormauerwerk finden Ziegel ebenso Verwendung. In industriell gefertigter optimierter Form haben sich Lochziegel, Hochlochziegel oder geschliffene Planziegel gut etabliert. Besonders weite Verbreitung fand der Ziegel zur Dachdeckung.
Die Tradition des Backsteinbaus steht stark in Zusammenhang mit römischen Einflüssen. Während in Italien auch bis durch die Zeiten des Mittelalters hindurch dieser Baustoff üblich blieb, gab man in Nordeuropa dem Naturstein, meist in behauener Form den Vorzug, bis im 12. Jahrhundert Mönche auf den Ziegel wegen der besseren Massgenauigkeit zurückgriffen.
Die Backsteingotik verbreitete sich durch die Hanse und entwickelte sich zu einer typischen Sonderform der Architektur, die heute noch in manchen Stadtteilen alter Hansemetropolen erhalten ist.
Die nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit des Ausgangsstoffes Lehm war in der Zeit wachsender Bautätigkeit zu Zeiten wirtschaftlichen Wohlstandes sicher einer der Gründe, den Ziegel als Baumaterial wiederzuentdecken.







Auch im Nachbarland Frankreich finden sich vereinzelt Beispiele der Backsteingotik. Als solches gilt die Kathedrale von Albi, die nach Über zweihundertjähriger Bauzeit 1492 fertiggestellt wurde. Albi im südfranzösischen Département Tarn in der Region Midi-Pyrénées verfügt damit über eine der weltgrössten Backsteinkirchen.
In der Renaissance und im Barock war Sichtmauerwerk aus Ziegel eher unüblich. Putz oder Stuck traten in den Vordergrund. Das Mauerwerk selbst wurde dennoch weiterhin mit Ziegeln erstellt, da diese leichter waren als behauene Natursteine und die Herstellung weniger Aufwand mit sich brachte.
Sichtmauerwerk blieb in der Zeit des 15. bis 17. Jahrhunderts besonders in England weiterhin stilprägend.
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Sichtbackstein sowohl in den Niederlanden als auch in Frankreich und England mit den jeweiligen regionalen Eigenheiten verarbeitet.
Der französische Klassizismus kombinierte Backstein mit Naturstein.


Im 19. Jahrhundert wurden Ziegelbauten zunehmend verputzt. Engere Bebauung und zunehmende Gebäudehöhen verlangten nach helleren Fassaden.
Technische Entwicklungen im Bereich von Stahl, Beton und Glas brachten diese Baustoffe im 20. Jahrhundert ganz nach vorn. Die Tragfähigkeit von Ziegel ist nicht ausreichend, um Hochhäuser zu errichten. Stahlbeton erfüllte die technischen Anforderungen an den Baustoff der Zeit zur Realisierung aller Bausünden ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Wo noch Anspruch auf Fassadengestaltung bestand, wurde verklinkert, verkleidet und verputzt, oder man gab der Fassade Struktur mittels spezieller Formschalungen für Sichtbeton. Die Rückbesinnung auf eine natürlichere Erscheinung kam bereits nach wenigen Jahen. Heute zeigt zeitgemässe Architektur wieder gerne Naturstein, und sei es auch nur als Verblender.




mehrfarbiger Schiefer
Farbe Smaragd
Verde spaltrau
Schiefer marron
Gris spaltrau
Schiefer graffit

Eines hat sich über all die Jahrhunderte erhalten - das Schieferdach. Soweit es in den Baukosten vertretbar war, setzte sich das Dach aus Naturschiefer immer durch.

Kaum ein Baustoff ist resistenter gegen Umwelteinflüsse, kaum eine Dachdeckung ist dauerhafter als Schiefer, und nichts ist zeitloser als eine solide Schieferdeckung. Selbst Farbwünsche werden heute erfüllt.

Farbschiefer bieten eine Palette von dunklen, gedeckten Farbtönen in Rot und Grün sowie eine Vielzahl von Grauabstufungen bis hin zum klassischen tiefen Schwarz oder Anthrazit.