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Satire - Hirn
Stachelschriften
...aus Magazin blickwinkel - Ausgabe 2014
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Hirn braucht Nahrung


Was man mit Energie so Alles machen kann, oder machen könnte, wenn man könnte...

Im Verhältnis zum menschlichen Körpergewicht, ist das Gehirn ein wahrer Energiefresser. Rund 20 Prozent des Energieumsatzes im Körper wird dem Gehirn zugeschrieben. Bei Kindern im Vorschulalter kann der Energiebedarf zeitweise sogar über das Doppelte betragen.
Es ist aber nicht die akute Leistungsaufnahme während eines gezielten und bewußten Denkvorgangs, welche diesen hohen Bedarf hervorruft. Der energetische Grundumsatz beläuft sich bereits auf gut 90 Prozent. Bedingt durch das hochkomplexe Betriebssystem, welches die Rechenleistung bereits im Standby-Modus nahezu vollständig beansprucht, ist es also nicht das "Denken", welches den enormen Energiehunger dieses Organs begründet.
Schon die bloße Existenz dieser kleinen grauen Masse, so sie denn am Stoffwechsel auch teilnimmt, wirkt dem ungeliebten Übergewicht stärker entgegen als ein Beitritt zum Fitnessclub.

Nun ist das Verhältnis zwischen der ernährungsbedingten Energieaufnahme und der Einlagerung von Reserven stark von individuellen Faktoren abhängig. Man spricht gerne von guten bzw. schlechten Futterverwertern. Auch spielen medizinisch relevante Dispositionen wie auch genetische Prädispositionen eine beachtenswerte Rolle. Daher seien in der folgenden Betrachtung individuell Betroffene explizit ausgenommen.


Nehmen wir also einmal an, es bestünde biologisch gesehen die Möglichkeit, auf diese zwei bis drei Prozent des Körpergewichts gänzlich oder wenigstens teilweise verzichten, so ergäbe sich ein permanenter Energieüberschuß von bis zu einem Fünftel. Bei unverändert guter Ernährungslage, und die ist in den hochentwickelten Ländern gegeben, wären die einzulagernden Fettreserven beachtlich. Die Betrachtung statistischer Werte zu regional bezogenem Übergewicht bekäme eine neue Dimension.

Angaben der WHO zufolge waren bereits 2005 mehr als eine Milliarde aller Erwachsenen übergewichtig, und der Trend zum Übergewicht steigt weiter an. 2008 waren es etwa 1,4 Milliarden Menschen im Alter von über 20 Jahren. Im Jahr 2015 werden nach Prognosen 2,3 Milliarden Menschen übergewichtig sein. Nicht berücksichtigt sind hierbei adipöse Ausprägungen, die wir aufgrund eventueller o.g. Gründe hier bewußt nicht einbeziehen wollen.

Gerne nutzt man den BMI als Grundlage für Untersuchungen zur Übergewichtigkeit. In Anlehnung an Daten der WHO zeigt die stark vereinfachte Karte, daß die Bevölkerung einiger Länder Europas, aber auch weiter Teile Asiens und Afrikas als relativ normalgewichtig gesehen werden. Von nur leichtem Übergewicht betroffen sind weitere Teile Europas, der nördliche Bereich Asiens sowie Kanada.

Als gesundheitlich bedenklich gilt allgemein ein BMI-Wert von über 30. Diese Schwelle wird von großen Teilen der Bevölkerung in den USA und in den Arabischen sowie einigen Nordafrikanischen Ländern überschritten.
Gerade in diesen genannten Regionen der Welt bestünde also reichlich Potential, wenn es gilt, körperliche Energieüberschüsse in Hirnleistung umzusetzen.
Doch werden wir wohl den Alten Faust wieder einmal bemühen müssen, der seinerzeit schon meinte "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."