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Und welche Bücher lassen wir heute einstauben ?
Stachelschriften
...aus Magazin blickwinkel - Ausgabe 2012 - ergänzt Februar 2015
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Und welche Bücher lassen wir heute einstauben ?


Gemeinhin gilt die Bibel als das Buch mit der höchsten Auflage.
Gemessen an der langen Erscheinungszeit klingt das durchaus plausibel.
Eine Aussage über den Grad der Rezipienz kann anhand dessen aber nicht getroffen werden.
Bis zum 16. Jahrhundert erschien das Werk vornehmlich in althebräischer oder aramäischer Sprache, was der Verbreitung der Inhalte ebenso wenig dienlich war wie die späteren lateinischen Auflagen. Stark verallgemeinert ließe sich sagen, daß es sich um eine subjektive Auswahl aus einer Vielzahl von Schriften und Büchern handelt. Diese wurde insbesondere sprachlich mehrfach den jeweiligen Gegebenheiten der Zeit angepaßt.
In der aktuellen Fassung kann das Buch als weitestgehend menschengemacht gesehen werden. Die Ursprünge waren stets erkennbar, während die jeweilige Fassung meist Kompromisse gegenüber dem Zeitgeist machte. Und dennoch gab das Geschriebene stets genügend Anlaß zu "Mißverständnissen".


Die derzeit gebräuchlichste revidierte Fassung stammt von 1984, was aber eher zufällig an ein anderes, ebenfalls berühmtes Buch erinnert.

Ob man die Bibel nun in der Gänze oder auch nur auszugsweise gelesen hat, ist für den weltlichen Alltag von geringer Relevanz.

Ob man das Werk für wichtig hält oder nicht, ist Glaubensfrage - ja, Jedem ist es freigestellt, darin eine Art Vereinsatzung zu sehen, die bestenfalls dann von Interesse sein kann, wenn er sich als aktives Vereinsmitglied betrachtet.


Für die Rechts- und Sozialordnung einer zivilisierten Gesellschaft sind zivile Gesetze maßgeblich. Zivilisation hat also etwas mit 'Bürger-gemacht' zu tun ( 'civis' ).
Diese Gesetzeswerke füllen ganze Bibliotheken, entsprechen weitestgehend dem für vertretbar erachteten jeweiligen Zeitgeist, und sie unterliegen einem ständigen Wandel. Der beständigste Teil unserer Gesetzessammlung ist das Grundgesetz.
Um das nicht alles lesen zu müssen, gibt es ein mehr oder weniger konsensuales Gerüst, das nennt sich 'Werte'.
Die müssen wir nicht zwingend studieren. In den meisten Fällen lernen wir von Klein auf nur diese Werte kennen. Das heißt dann 'Erziehung'.


Will man diese Erziehung bis ins Detail regeln, um sie geradezu zum Fetisch zu erheben, sind wir bei einem weiteren Buch, dem 'Knigge'.
Ob man den nun gelesen hat, oder auch nicht, er ist weitgehend überwunden. Einige für sinnstiftend befundene Einzelheiten haben in den Alltag Einzug gehalten, was das Leben ganz angenehm machen kann. Der Rest ist Folklore.
Die Gesellschaftsbasis ist von diesem zugegebenermaßen sehr eng gefaßten Regelwerk so weit entfernt, daß bereits dessen Existenz schon nicht mehr geläufig ist.
Der Knigge kann daher auch nur als zeitlich sehr begrenzter Gast auf der Liste der Bestseller gelten. Die besten Auflagen erreichten spätere Adaptionen, die den Ursprungsgedanken kaum noch erkennen ließen.


Auch Mao Zedongs großes Werk hat seine Epoche nur fragmentarisch überlebt.
Der Maoismus mag als Theorie noch die eine oder andere philosophische Rolle spielen. Wer sich brüstet, die Mao-Bibel gelesen oder gar halbwegs verstanden zu haben, hat sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht gelesen. Vermutlich hat er auch nicht allzu viel verpaßt.
Marx tut's auch, und der war, auch ohne den kompletten Mao gelesen zu haben, garantiert brillanter in seinen Analysen.
Und eben dieser Marx war es, der für uns Europäer eine weit höhere Relevanz besaß als irgendwelche morgenländischen Geschichts- oder Geschichten-Schreiber. Der Alte Trierer kannte das Europa des 19. Jahrhunderts vermutlich besser als die Autoren oder Rezensenten anderer berühmt gewordener Literatur zum Thema Marxismus.


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Mao-Bibel download

Mein Kampf download

Ähnliches läßt sich zu Hitler bemerken, dessen detailversessene Beobachtungsgabe ihm eine beachtenswerte Analyse der Polit- und Parteienlandschaft ermöglichte.
Aus seinen Diagnosen über den Gesundheitszustand der Monarchie und des Parlamentarismus hätte man viel lernen können.
Auch hatte er sich weit mehr Zeit für die die Anamnese dieser Patienten genommen als manch ein Ganzheitlicher Alternativmediziner.
Aber auch dieses Buch, welches in seiner Auflagenstärke nur schwer zu übertreffen ist, hat kaum jemand gelesen.
Und doch werden aus den enthaltenen Texten oft weltbewegende Aussagen abgeleitet, gestützt auf Interpretationen von Drittquellen minderer Relevanz. Die wirklich analytischen Inhalte bleiben hingegen unbeachtet.
Wie sollte man diese auch kennen, ohne das Buch jemals gelesen zu haben ?
Sieht man vom islamischen Kulturkreis einmal ab, wo Mein Kampf auch heute noch eine hoch angesehene Lektüre ist, hatte dieses 'Ding' ohnehin nur zeitlich begrenzten Einfluß auf das Weltgeschehen.
(der bewußt despektierlich gewählte Terminus 'Ding' ist dabei als bewußte Anbiederung an konsensuales Neusprech gemeint)


Aber damit kommen wir zu einem weiteren bedeutenden Buch der Menschheit, dem Koran.
Auch ohne die Hadithen oder zugehörige Sekundärliteratur einzubeziehen, hat man bei diesem Werk hunderte von Seiten vor sich. Diese durchzuackern ist kein Vergnügen. Das ist nichts zum Lesen, die Inhalte sind Zeile für Zeile, Vers für Vers, mühseligst zu erarbeiten.

Nahezu jedes Wort bedarf einer Wertung und Interpretation. Das ist auch in einer Deutschen Übersetzung noch lange nicht unsere Sprache.
Zahllose Begriffe transportieren Inhalte, die man in unserer Gesellschaft oft nur aus der Überlieferung kennt.

Und eben weil dieses Buch in vielerlei Hinsicht so weit von uns entfernt ist, fällt das Verständnis so viel schwerer als bei jedem der oben angeführten Schriften.


stets geschmäht und nie gelesen

OpenDoors - Hilfe für verfolgte Christen

Die Bibel wurde ständig angepaßt, dadurch wurde sie halbwegs verständlich. Konservative klerikale Kreise waren von aktualisierenden Transformationen zwar nie begeistert, mußten das dann aber letztlich doch immer wieder hinnehmen, da Europa nun mal nicht aus Religionsstaaten besteht.
Unser Zauberwort dazu heißt "Trennung" zwischen staatlicher Gesetzgebung und religiösem Glauben, wobei die Zivilgesellschaft über Allem steht.

Das Grundgesetz ist relativ schnell gelesen. Mit etwas Mühe ist das meiste auch einigermaßen verständlich, zumindest ist es einleuchtend. Es entspricht weitgehend unserer Logik, die wiederum vom gesellschaftlichen Konsens geprägt ist. Daraus ergibt sich ein Gefüge, welches sich selbst stabilisiert.

Der Knigge hat sich im Zuge der Proletarisierung über fast alle Bevölkerungsschichten hinweg erledigt. Die aufklärerischen Aspekte seines Buches fanden eigentlich noch nie große Beachtung. Vielmehr wurden die Gedanken des Freiherrn schon immer auf die interpretierten Benimmregeln eingedampft.
Nur in begrenzten Kreisen der Oberschicht dient Knigges Werk noch hier und da als Anleitung zur protokollarischen Etikette.
Im beginnenden 19. Jahrhundert fanden einige Benimmregeln den Weg in das aufstrebende Bürgertum. Zumindest in diesem Punkt hatte Knigge für gut ein Jahrhundert einen gewissen sozialen Einfluß.


Eine weit kürzere Wirkungsdauer war Mao Zedong beschieden.
Ab 1965 in Milliardenauflage unter die Völker der Welt gebracht, verabschiedete sich China schon rund 30 Jahre später schrittweise vom "vulgären Marxismus".
Der Große Vorsitzende hätte mit der vollzogenen marktwirtschaftlichen Öffnung des Landes wohl seine Probleme gehabt.
Der Maoismus darf also durchaus als erledigt betrachtet werden.

Marx scheint haltbarer zu sein, findet sich aber nur in stark interpretierter Form als entfernte ideologische Grundlage in vielen Machtsystemen.
In geradezu episodischer Kürze scheint dagegen Mein Kampf. Die Halbwertzeit war nach 12 Jahren erreicht, dann lag das Ding im Abklingbecken.
Verstanden hatte es in der breiten Bevölkerung ohnehin niemand. Vielleicht hätte man es doch schon bei Erscheinen lesen sollen, aber dazu war sich selbst das rechts-konservative Bildungsbürgertum viel zu fein.
Wer hätte sich denn herablassen wollen, dieses Linke Machwerk eines Roten Parvenüs zu lesen ?


Der Koran
so unerträglich wie unvermeidlich - unbedingt lesen !

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte

Viele Unannehmlichkeiten in der Geschichte hätten sich vermutlich vermeiden lassen.
Hätte es all diese Bücher nicht nur gegeben, hätte der Eine oder Andere sie auch gelesen, wäre die Dummheit im Volke vielleicht auch nur halb so groß gewesen.
Stattdessen folgten die Millionen denen, die ausgesuchte Inhalte hoch professionell medial aufbereiteten.
Das heißt Demagogie, und die hat schon immer bestens funktioniert.
Es ist ja auch viel bequemer, einen Klappentext zu überfliegen als gleich das ganze Buch zu lesen.
Die Rezension ist meist wesentlich kürzer als das Original, und die Interpretation bekommt man noch gratis dazu. Die eigene Denkarbeit läßt sich so recht einfach umgehen, und die Experten-Meinung zum Thema wird bereits fertig geliefert.
Die muß man dann nur noch als copy-paste übernehmen
- das heißt Indoktrination.


Aktuell schickt sich der Koran an, die Nummer Eins in der Weltrangliste zu übernehmen.
Wir können ihn kaufen, es gibt ihn sogar kostenlos, jeder Interessierte kann ihn downloaden, vielleicht bekommt man sogar ein Exemplar ungefragt geschenkt. Die unmißverständliche Aufforderung lautet "LIES !"
Das können wir Alle tun - wir können es aber auch lassen.
Solche Bücher NICHT zu lesen, hat Gute Tradition.
Wir können uns aber auch den Inhalt von Experten erklären lassen. Die sitzen in jeder noch so dümmlichen Talkshow, die stehen sehr bald an jeder Straßenecke, die schreiben jede Menge Nettes in den Gazetten, und die treiben sich zu Hauf in den Qualitätsmedien herum. Sie nutzen jede Gelegenheit, uns einen Klappentext unterzujubeln.
Und weil es ja so mühsam ist, das Original zu lesen, werden wir diese Indoktrination dankbar annehmen, und am Ende sind wir Alle der Überzeugung unserer Großen, ach so demokratisch gewählten Staatsführer, die da sagen
Der Islam gehört zu Deutschland

Heil Allah