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BIP und Bevölkerungsdichte - Lebensstandard vs. Lebensqualität
Stachelschriften
...aus Magazin blickwinkel - Ausgabe 2014
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BIP 3


3. Kapitel

Warum die Fokussierung auf das BIP ?

Was man aus dem PK-BIP und der Bevölkerungszahl so Alles errechnen kann...


Daß in den vorherigen Ausführungen nur auf stark gerundete Faktoren zurückgegriffen wurde, wobei wir stets bemüht waren, die Zahlen so zu verwenden, daß Effekte eher abgeschwächt resultieren, begründet sich darin, daß wir uns sehr wohl der vielen Nuancen bewusst sind, die im Umgang mit den statistischen Ausgangsdaten zu berücksichtigen sind.

Um uns nicht in Detailfragen zu verlieren, haben wir bewusst auf diese Nuancierungen verzichtet. Reales BIP, nominales BIP, deflatorische Faktoren bleiben unaufgeschlüsselt.
Auch unterscheiden wir nicht zwischen Einkommen, materiellem Wohlstand, Lebensstandard und Lebensqualität, es gilt entgegen aller Erfahrung die eigentlich sträfliche Unschärfe.
Aber das ist der Tribut an die Verständlichkeit dieser Ausführungen.


Gehen wir also vereinfacht davon aus :

Entscheidend für den persönlichen Lebensstandard ist das PK-BIP, keinesfalls das Gesamt-BIP eines Staates.

Das Gesamt-BIP mag aber im Wettbewerb auf den internationalen Finanzmärkten von Interesse sein. Je imposanter sich das BIP eines Landes darstellt, um so besser wird das Rating, um so günstiger werden Kredite, was vorrangig für hochverschuldete Staaten existenziell wichtig sein kann.

Besonders gerne präsentiert man in diesem Zusammenhang auch gleich die Wachstumszahlen nebst der möglichst noch besseren Prognosen.
Wie überall im modernisierten Finanzwesen, gelten schöne Erwartungen mehr als gegenwärtig nachweisbare Resultate.


Umsatz- und Gewinnerwartungen treiben Bonitätswerte oft in realitätsferne Höhen.
Mancher wird das in seinem Wertpapier-Portfolio schon schmerzlich gemerkt haben.

Die Umsatzzahlen eines Staates werden in Form des BIP nach außen demonstriert.
Weil es sich dabei aber bevorzugterweise um die Ziffern des Gesamt-BIP handelt, kann eine rückläufige Bevölkerungszahl fatale Wirkung haben.

Weniger Bevölkerung kann trotz individuell steigendem PK-BIP zu einem verringerten Gesamt-BIP führen.

Ein drastisches Beispiel wäre das folgende, zugegeben stark überzeichnete Szenario der Halbierung einer Bevölkerung.
Dies ginge einher mit der gleichzeitigen Halbierung des BIP, ohne daß es den persönlichen Lebensstandard reduzieren muss.

Diese an sich wenig erschreckende Entwicklung hätte dennoch weitreichende Folgen :
Die Verschuldungsquote, die anhand des Gesamt-BIP und der nominalen Schuldensumme ermittelt wird, wäre doppelt so hoch, das schöne Rating, geschmückt mit möglichst vielen 'A's wäre hinweg, die Refinanzierungskosten würden explodieren.

Daß eine eventuelle Rückführung der aufgehäuften finanziellen Altlasten nun von einer verringerten Zahl von Trägern zu schultern wäre, braucht in diesem Zusammenhang nur am Rande zu interessieren, da es ohnehin nicht im Wesen von Staatsschulden liegt, diese jemals durch reale Tilgung zurückzuführen.

Bleibt also im Sinne des inneren Friedens und der so geliebten Kontinuität nur das 'Weiter-So'.

So wie ein Bevölkerungsrückgang die Verminderung des Gesamt-BIP bewirkt, lässt sich durch Bevölkerungszuwachs dieses BIP erhöhen.



Dabei ist es nicht vorrangig, daß die hinzukommenden Bevölkerungsteile individuell einen gleich großen Beitrag wie die Grundbevölkerung leisten.
Jeder noch so geringe Umsatz, den die Existenz neuer Angehöriger mit sich bringt, und sei es über Transferleistungen Anderer, erhöht das rechnerische BIP spätestens bei deren Einkauf im Supermarkt.

Mag es auch in diesem Zusammenhang ein wenig polemisch klingen, ausgerechnet in ableitbarer Nähe zum Zuwanderungsthema, ...es ist nun mal Bestandteil der geltenden VWL, daß auch ein gestohlenes oder abgefackeltes Auto dem BIP dienlich ist.


Es ist nicht notwendig, gleich die Weltformel entwerfen zu wollen, Tatsache ist, daß der begehrte Wachstumsnachweis für das BIP in zweierlei Weise erreichbar ist : Mehr Leistung des Einzelnen, oder mehr Leistende, egal, wie wenig diese im Einzelfall zum Ergebnis beitragen.
So lange sich von Jahr zu Jahr die Summe all dessen erhöht, haben wir Wachstum, haben wir ein gutes Rating, sind wir gern gesehene Kunden an den Finanzmärkten, und so ist es wohl auch vorgesehen.





Also brauchen wir Zuwanderung.

Und diese brauchen wir nicht zur Mehrung unserer kulturellen Vielfalt, davon hat Europa mehr als man innerhalb einer biblischen Lebensspanne erkunden könnte.
Wir brauchen sie auch nicht, um den Wohnraumleerstand zu beheben - Wohnungssuchende haben wir selbst.
Wir brauchen sie auch nicht, um unser Aussterben zu verhindern, Europa existierte auch schon mit einem Bruchteil heutiger Bewohner.

Wir benötigen Zuwanderung, um das nominale Gesamt-BIP zu halten und zu erhöhen, um welchen Preis auch immer - und sei es die langfristige Ablöse unserer Jahrtausende alten Europäischen Kultur.


Würde man dies offen zur Disposition stellen und zur Abstimmung bringen, müssten wir Alle mit den demokratisch erreichten Resultaten leben.
Es ist aber anzunehmen, daß die Rettung unserer BIP-Zahlen argumentativ nicht ausreichend wäre, eine breite Zustimmung für kulturfremden Zuzug zu erreichen.

Und so begründet eine bestens organisierte Phalanx aus allerlei Interessensgruppen unaufhörlich die Notwendigkeit, wenn nicht gar die Alternativlosigkeit, einen der am dichtesten besiedelten Kontinente zu einem Verbund von Einwanderungsländern zu machen.




Zum Abschluss möchte ich einen der sicher übelsten Demagogen Deutscher Geschichte zitieren, ohne ihm damit besondere Ehre zuteil werden zu lassen.
Vielmehr zeigt der folgende Satz, wie vorsätzlich und bewusst er die Lüge betrieb. Bei aller Verachtung für diese Person und das Regime, dessen Teil er war, zeigt die Aussage eine beachtenswerte Offenheit.

"Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben.
Man kann die Lüge so lange behaupten, wie es dem Staat gelingt, die Menschen von den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Konsequenzen der Lüge abzuschirmen."


Sicher ist es unschön, im Umfeld von politik- und medienbezogenen Inhalten, ausgerechnet Joseph Göbbels als Urheber eines Zitats zu wählen.

Angesichts der fortgeschrittenen Empörungskultur in unserer Gesellschaft möchten wir daher auch gleich die Alternative des allseits hochgeschätzten und großen Europäers der Gegenwart Jean-Claude Juncker anbieten, die da lautet :

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert.
Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

...gekrönt mit dem Zitat aus einer Abendveranstaltung zur Euro-Krise in Brüssel im April 2011, "Wenn es ernst wird, muß man lügen."


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BIP-Religion Teil 3