passion-tips.com
Bilder zum Volkstrauertag 2016
blickwinkel
Ehrung der Gefallenen Soldaten und der zivilen Kriegsopfer
Gedenkstätten

Danksagung an Gefallene




Seit dem Jahr 1919 leistet der
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
eine dankenswerte Arbeit.

Der Volksbund bietet mit der Gräbersuche online Zugriff auf 4,7 Millionen Daten von deutschen Kriegstoten des Ersten und Zweiten Weltkrieges.






Die diesjährigen Ehrenbekundungen durch die Redaktionen von "Passion-tips.com" stehen unter dem Motto
Souveränität für Europa
"Frieden mit Russland"

Die Aktion 2016 wurde freundlich unterstützt von
einprozent.de


Die abgebildeten Gedenkstätten befinden sich in Rheinland-Pfalz - Landkreise Bad Kreuznach, Simmern, Birkenfeld

Dank der Unterstützung durch engagierte Freunde von einprozent.de war es uns möglich, eine Vielzahl von Friedhöfen kleinerer Gemeinden aufzusuchen.

redaktioneller Kommentar

Bei aller Anerkennung der Leistungen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, sähen wir deren Kernaufgaben lieber im Bereich der Pflege und Erhaltung von Gedenkstätten.

Leider hat die Politik ihren Einfluss zu erfolgreich ausgebaut. Sicher nicht zu Unrecht, empfinden viele der Hinterbliebenen diese Entwicklung als entwürdigend.

Das ist ideologischer Missbrauch, das ist würdelos.

Die Leitung eines "Volksbundes" gehört nicht in die Hand politisch motivierter Parteifunktionäre.


Das Jahr hat so viele Kalendertage, daß nun wirklich keine Not bestünde, den Inhalt des Gedenkens zu verwässern.
Der Volkstrauertag war in seinem Ursprung ein "Heldengedenktag", an dem wir "unserer Soldaten" gedachten.
Daß im Laufe der Zeit den Gefallenen der jeweiligen Gegenseite ebenfalls gedacht wurde, ist ein klares Zeichen der Versöhnungsbemühungen.
An diesem Tage eine Verbindung zu knüpfen zwischen dem untilgbaren Leid , dem Verlust des Lebens oftmals sehr junger Menschen und dem Wunsch nach Verständigung und der Pflege freundschaftlicher Beziehungen, ist ein lobenswertes Ansinnen.

Nachbarschaftliche Beziehungen bewegten sich schon immer in einem breiten Spektrum zwischen Freund und Feind. Insbesondere zwischen benachbarten Völkern sollten sich Alle stets beider Qualitäten bewusst sein.


Einem solchen Tag weitere Inhalte aufzulasten, vermindert die Intensität.
Wir hätten uns gewünscht, dieser Tag wäre in seiner inhaltlichen Klarheit erhalten geblieben. So hätte der Volkstrauertag die maximal mögliche Kraft zur Aussöhnung bewahren können.

Stattdessen wurde er aus politischer Intention heraus mit allerlei anderen Zielen überfrachtet. Heute sollen wir Aller und Jedem gedenken - Opfern von Hunger, Wetter, Klima, Opfern jeglicher Gewalt, Opfern jeglicher Herkunft, Opfern sozialer oder auch ethnischer sowie religiöser Benachteiligung.
So zerfasert man einen der besten Gedanken, den Menschen jemals haben konnten:
aus dem Gedenken an die eigenen Helden, ein gemeinsames Band des gegenseitigen Respekts zu erschaffen.
Ein solches Band ist die Grundlage, auf der wir uns freundschaftlich mit unseren Nachbarn verbinden können.

Heute ehren wir die Soldaten und die Gefallenen aller Kriege. Wir ehren die Unseren, und wir ehren die der jeweiligen Gegenseite.


Hört also endlich auf, ständig neues Wasser in die Suppe zu gießen !
Der Volkstrauertag gehört den Soldaten, den Opfern dieser Kriege und den Hinterbliebenen - und das bitte zu 100 Prozent !





WK 1 und 2

Erbe Europa

Paul Robert Schneider - Gedenktafel in Dickenschied

Auch im militärischen und zivilen Widerstand gab es zahllose Opfer.

Diesen würdig zu gedenken, ist eine Danksagung an all Jene, die den Mut hatten, aufzubegehren.

Wer im Unrecht aufbegehrt, hat zumindest moralisch gesehen Recht

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ist am 27. Januar.
An diesem Datum ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag, den wir Alle respektvoll achten sollten.

Dazu gehört, daß wir auch die Individualität der Anlässe bewahren. Nur so können wir der besonderen Bedeutung dieser Tage gerecht werden.


Blicken wir zurück:

Der Volkstrauertag geht zurück auf das Jahr 1919, als dieser vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges vorgeschlagen wurde.
1922 fand dann erstmalig eine Gedenkstunde im damaligen Reichstag statt.
1926 wurde entschieden, den Volkstrauertag regelmäßig am fünfter Sonntag vor Ostern zu begehen.
Bei diesem Tag handelte es sich um den 2. Fastensonntag bzw. um den 2. Sonntag der Passionszeit, auch "Reminiscere" genannt.







Reminiscere miserationum tuarum
"Denk an dein Erbarmen, Herr" (Psalm 25,6)

Der Text gibt Anhaltspunkte für die Wahl dieses Datums:
Die Bitte um Vergebung und Leitung
1 [Von David.]
Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele.
2
Mein Gott, auf dich vertraue ich. Lass mich nicht scheitern, lass meine Feinde nicht triumphieren!

(Generell werden gerne Teilsätze aus biblischen Texten herangezogen, wenn es gilt, bestimmte Sachverhalte kulturell zu untermauern. Vermutlich war das auch in diesem Falle gewünscht. Wer den Gesamttext liest, wird kaum einen Zusammenhang finden.)


In der Zeit der Weimarer Republik war der Volkstrauertag kein gesetzlicher Feiertag. Die Weimarer Verfassung definierte nicht, ob für die Bestimmung gesetzlicher Feiertage das Reich oder die Länder zuständig seien. Versuche einer politischen Einigung scheiterten mehrmals.
Es fand sich auch kein Konsens zwischen den beiden maßgeblichen Kirchen. Es gab bereits im November unterschiedliche Gedenktage für die Verstorbenen (Allerseelen oder Totensonntag).
Mögliche Frühjahrstermine kollidierten mit der Fasten- bzw. Passionszeit.
Irgendwann konnte man sich terminlich einigen. Das hieß aber noch lange nicht, daß auch bezüglich der gewünschten Inhalts Einigkeit bestehen sollte.

Missbrauchsversuche gab es zu jeder Zeit.
Zu "Weimarer Zeit" vereinnahmten die Vertreter des gesamten Parteienspektrums diesen Tag und entstellten seinen Sinn bis hin zum Vorwurf, ein Fest der Kriegstreiber zu sein.


Gedenktafel Novemberpogrome 1938 in Kirn/Nahe


Tot zu sein, ist per se noch keine Heldentat. Auch ist es für Hinterbliebene wenig tröstlich, wenn Angehörige posthum zu Helden erklärt werden.
Dennoch wurde der Volkstrauertag in der "NS-Zeit" in Heldengedenktag umbenannt. Nun stand nicht mehr das öffentliche Totengedenken im Vordergrund. Die Heldenverehrung sollte das sinnstiftende Element werden. Aus Trauer sollte Stolz werden, aus Halbmast wurde die voll gesetzte Flagge.
"Gefeiert" wurde am zweiten Fastensonntag, also zumeist im März.
Sich diesbezüglich nach dem christlichen Kirchenkalender zu richten, schien nicht zu stören.
Erst ab 1939 legte ein Erlass den 16. März bzw. den Sonntag vor diesem Datum fest. An diesem 16. März war 1935 die Wehrpflicht wieder eingeführt worden. Auf genau dieses Ereignis nahm man Bezug und löste damit das gewählte Datum aus dem kirchlichen Kontext.


1946 wurde in den westlichen Besatzungszonen der Volkstrauertag auf den Sonntag "Reminiscere" festgelegt.


Seit 1952 wird dieser Tag zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen.

Die DDR brachte es auf den sperrigen Titel "Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg".
Über Geschmack sollte man ja bekanntlich nicht streiten. Einen solchen Anlass zum "Kampftag" zu erklären, kann Fragen aufwerfen.

1950 fand die erste zentrale Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bundestag in Bonn statt.
Die Widmung war nun "den Kriegstoten und Opfern der Gewaltherrschaft aller Nationen".


Um sich deutlicher von der Tradition des "Heldengedenktages" zu distanzieren, wurde 1952 der Volkstrauertag an das Ende des Kirchenjahres verlegt.

Gedacht wurde jetzt der "Toten zweier Kriege an den Fronten und in der Heimat" und der "Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen".
Das öffnete ein weites Feld für politische Statements - und dieses Feld wurde fortan auch intensiv bewirtschaftet.


Bilder von Douaumont Verdun