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Schiefer und andere Natursteine, Herkunft, Geologie, Verarbeitung, Verwendung






Verwendungsbeispiele für Schiefer als Baumaterial, zur dekorativen Innengestaltung und Schiefer im Garten
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Schwarzer Schiefer
Grauer Schiefer
Grüner Schiefer
Roter Schiefer
Blauer Schiefer
Brauner Schiefer
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Reinigung und Endbehandlung des Schiefer-Bodens
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Zur Pflege von Schieferbelag hat sich einfaches Leinöl bewährt.
Leinöl gibt es in verschiedenen Handelsformen und Qualitäten. Das industriell einsetzbare Leinöl für technische Zwecke, die billigste, nicht gereinigte Form, ist nicht immer leicht zu beschaffen. Es ist nicht in jedem Baumarkt erhältlich.

Für Kleinmengen, bei kleinen Flächen wie der Schieferplatte auf einem Tisch tut es auch eine kleine Leinölflasche aus dem Reformhaus.
Lassen Sie es den Gourmetkoch nicht wissen, denn dieses kaltgepresste qualitativ sehr hochwertige Leinöl ist eine Spezialität der schlesischen Küche und wird traditionell mit Pellkartoffeln und Quark gereicht - reich an Vitamin E und cholesterinfrei.

....Ihrem Schiefertisch wird's egal sein ;-)
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Für Ihren Schieferboden hingegen sollten Sie aufgrund der grossen Fläche dann doch besser auf die wesentlich preiswertere Sorte zurückgreifen.

Wer das Glück hat, in der Nähe zu Frankreich zu wohnen, kann dort in fast allen Baumärkten das ungereinigte billige "Huile de Lin" in der Literflasche kaufen. Es eignet sich auch zur Holzpflege.

Von Leinöl-Firnis sollte man Abstand nehmen. Das klebt und es hat zu lange Trocknungszeiten. Um Schieferaccessoires einen schönen und dauerhaften Glanz zu geben ist Leinölfirnis wiederum gut geeignet, sofern man die Gegenstände nicht berühren muss.
Der Schieferaschenbecher oder der Schieferkerzenständer ist dafür also weniger geeignet.
Eine dekorative Schieferplatte als Wandschmuck kann durchaus auch mit Leinölfirnis dauerhaft imprägniert werden.

 


Die folgenden Hinweise ergeben sich aus der Praxis dieses Beispiels, sie sind nicht allgemein gültig und sind nicht als Gebrauchsanleitung zu verstehen - es ergibt sich hieraus also keinerlei Gewährleisungsanspruch.
Die Angaben beziehen sich auf diesen konkreten Fall und geben lediglich die eigenen Erfahrungen eines Heimwerkers wieder !

Chronologie und Tips zur Verlegung eines Schieferbodens am Beispiel

Herkunft : Brasilien
Bezugsquelle kann per Mail bei der Redaktion gerne erfragt werden

Material:
ca. 10 mm / 30x60 cm

Der Boden sollte gekehrt sein, es kann ein Fliesenkleber verwendet werden, "Flexkleber" wäre gut. Die Bindung zur Platte ist ausreichend. Die Verarbeitung ist vergleichbar mit dem Verkleben von üblichen Fliesen. Ein Voranstrich wurde nicht durchgeführt.
Sind kleinere Höhendifferenzen akzeptabel, genügt der Kleberauftrag mit 10 mm Zahnspachtel.
Grundsätzlich hat sich gezeigt, dass eine Vorsortierung nach Materialstärke sorgfältig erfolgen sollte. Auch erleichtert eine Vorauswahl der Struktur das anschliessende Verlegen.
kleinere Höhendifferenzen zwischen den Platten lassen sich recht einfach ausgleichen indem man die zu tief liegende Platte nochmals anhebt und an geeigneter Stelle zusaetzlichen Kleber mit einer Kelle setzt, anschliessend die Platte bis zum gewünschten Niveau anpresst.

Den Kleber keinesfalls zu dünn ansetzen, er sollte gut stehenbleiben !

Hier wurden handelsübliche Fliesenkreuze mit 4 mm verwendet - breitere Fugen erleichtern den Ausgleich von Höhendifferenzen.
Je genauer und differenzierter die Vorsortierung, um so kleiner können die Fugen gewählt werden. Für die Sortierung sollte man sich Zeit nehmen !
Manchmal finden sich dabei auch eventuell wahre "Schnäppchen" in Form von aussergewöhnlichen Farbabweichungen oder gar Pyrit-Einschlüsse.
So wird sicherlich auch die eine oder andere Bodenplatte den Weg zum Wandschmuck finden.

Da es sich um ein Naturmaterial handelt, kann diese Sortierarbeit aber auch Spass machen, weil jede einzelne Platte ein Unikat ist. Interesse an ausgeprägten Oberflächenstrukturen und an der Differenziertheit in der optischen Erscheinung des Materials ist ja ohnehin ein Hauptkriterium für die Entscheidung zu diesem exclusiven Material.

Eine "normale" Bodenfliese ist relativ schnell begehbar, hier sollte man sich beim Naturschiefer unbedingt länger Zeit lassen. Im Gegensatz zur wasseraufnehmenden Fliese gibt der Kleber seine Feuchtigkeit fast nur an den Estrich ab. Die Binde- und Härtezeiten sind bei der Verlegung von Schiefer also wesentlich länger. In diesem Beispiel wurde ca. eine Woche gewartet.
Dann erfolgte die Reinigung mit einem feuchten Tuch, Kleberreste oder Kleberflecke waren gleich bei der Verlegung abgewischt worden ( so lange sie noch frisch waren ) - dann nochmals trocken nachgerieben.

Es bleibt ein leichter hellgrauer Schleier und Putzstreifen. Nun wurde dünn Leinöl aufgebracht - so dass das Öl nicht in die noch offenen Fugen läuft. Beim späteren Verfugen kann diese Massnahme das Reinigen der Oberfläche erleichtern, da die Fugenmasse nicht so stark mit der Plattenoberfläche bindet. Die Fuge muss aber ölfrei bleiben.

Hier ist erkennbar, dass der Bodenbelag am rechten Bildrand noch keinen Ölauftrag hat - auf der linken Seite ist bereits versiegelt.
Schon jetzt zeigt sich die individuelle Erscheinung des Belages. Nun sollte der Schieferboden einige Tage ruhen koennen bis das Leinöl abgerieben werden kann. Sollte man den Boden dennoch betreten müssen, bleiben zunächst helle Zementabdrücke, die sich aber problemlos wieder entfernen lassen. Bereits jetzt hat der Naturschiefer einen erstaunlich guten Schutz gegen Verunreinigungen.

Zusammenfassung der Daten des ersten Arbeitsabschnittes :

Gründe für die Entscheidung zum Naturschiefer als Bodenbelag

Mengenbestimmung, Materialbedarf

Bezugsquelle, Bestellung

Werkzeuge, Arbeitsvorbereitung

Empfehlungen aus der Praxis

 


- Auswahl des Materials für den Bodenbelag
- die Entscheidung für Naturschiefer fiel aus folgenden Gründen :
Exclusivität in Erscheinung und Haptik
Raumakustik - durch die strukturierte Oberfläche von Naturschiefer ergibt sich eine gute Schallbrechung unter weitgehendem Verzicht auf Textilbeläge
Absolute Massgenauigkeit der Bodenplatten bezüglich Länge und Breite, die 4 mm Fuge konnte im gesamten Raum ohne Differenzen durchgelegt werden
Extrem lange Haltbarkeit
Oberflächenbeschädigungen führen im Gegensatz zur Fliese zu keinen Qualitätseinbussen, da beschädigte Stellen mit etwas Leinöl sofort ausgebessert werden können, die natürliche Oberfläche bleibt erhalten
Im Bürobereich bietet sich die dunkle Bodenfarbe an, da das Raumlicht von Decke und Wand reflektiert und so ein ermüdungsfreieres Arbeiten fördert. Lichtkontraste sind dabei wichtig, und gut reflektierende weisse Decken und Wände öffnen das Raumgefühl nach oben.
Aus baulichen Gründen ist die Deckenhöhe unter 2 m 40
optisch wirkt der Raum jedoch höher

- Ermittlung des Materialbedarfs
- da sich Naturschieferplatten sehr gut mit einem handelsüblichen Nass-Schneider bearbeiten lassen, ist mit nicht verwertbarem Abfall kaum zu rechnen, es kann also relativ knapp kalkuliert werden. Auch mit Bruch ist kaum zu rechnen.

Hier wurden ca. 250 qm veranschlagt, das sind um die 1.400 Platten
Die Anlieferung erfolgte durch Spedition mit LKW
Lieferpaletten zu jeweils ca. 1.6 to
Ausnahmslos alle gelieferten Platten waren werwendbar ohne jeglichen Ausschuss, es gab keine Beschädigungen und keinen Bruch !

Da Naturschiefer nicht in jedem Baumarkt um die Ecke zu beziehen ist, fiel die Wahl auf einen Lieferanten im Hunsrück.
Hier ist traditionell mit hohem Sachverstand zu rechnen, da der Hunsrück eine der wichtigsten Schieferregionen ist.
Naturschiefer stammt zwar nur noch selten aus dieser Region, die Qualität des fast nur noch importierten Materials sollte aber von Fachleuten beurteilt werden. Wie gut die Ware tatsächlich ist, zeigt sich erst, wenn sie geliefert ist - die Auswahl ist also auch zu grossem Teil Vertrauenssache.

( auf Anfrage bei der Redaktion ist ein persönliches Gespräch mit dem Verfasser des Artikels gerne möglich )



Wenn Naturschiefer angeliefert wurde, sollte er möglichst bald den Weg ins Haus finden. Dies hängt mit der Natur des Menschen zusammen. Allzu schnell entstehen Differenzen zwischen der kalkulierten Bedarfsmenge und dem noch vorhandenen Material. Bereits in der Palettenbox ist die Besonderheit von Naturschieferboden erkennbar. Da jede einzelne Platte ein unverwechselbares Unikat ist, kann dies die Sammlerleidenschaft des Menschen wecken.
Die Hochwertigkeit von Naturschiefer ist auch für den Laien gut erkennbar - ....also "ab ins Haus" damit !

Bereits jetzt kann man eine grobe Vorsortierung treffen
dünn, mittel, dick / glatt, stark strukturiert,
Sonderstücke
- das erleichtert die anschliessende Verarbeitung -

Mit einer Dichte von 2.8 ist Schiefer ein schweres Material, es ist daher zu beachten, im Haus die gelagerten Platten möglichst an die Tragwände zu stellen und in verschiedene Pakete aufzuteilen - das sind keine Bodenfliesen...


Bereitliegen sollte :
Eimer für Kleber, Rührer
grosse und kleine Kelle
Zahnspachtel 10 mm
feuchter Schwamm
Nass-Schneider ( ab 30 Euro )

- der Rührvorsatz für Bohrmaschine war ausreichend, ab 5 Euro
- Flexkleber war gut, 20 kg 20 Euro
- Schwamm für Kleberreste auf der Oberfläche, das erleichtert die Nacharbeiten
- Als hilfreich erwies sich eine Laser-Wasserwaage, die aber nur die Massgenauigkeit bestätigen konnte - eine einfache Richtschnur tut's auch
- Knieschoner

Je nach späterer Anforderung an den Belag sind einige Dinge noch zu beachten :

Kleberauftrag mit Zahnung ist nur zu empfehlen, wenn später kleinere Höhendifferenzen zwischen den Platten ( Millimeterbereich ) nicht stören - ansonsten sollte mit grösseren Klebepunkten verlegt werden.
Bürostühle sollten Gummirollen für harte Böden haben ( ein Set mit 5 Stück ab 10 Euro )
Im Bad oder anderen Barfussbereichen lassen sich sortierte besonders glatte Platten verwenden,
für's Treppenhaus die etwas stärkere Oberflächenstruktur und für den Balkon die "groberen" Platten

Bei der Verarbeitung von Naturschiefer zusammen mit anderen Materialien kann es natuerlich, wie bei allen Materialkombinationen, zu temperaturbedingten Spannungen kommen. So sollte man besonders in Bereichen, die einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, oder in denen starke Temperaturschwankungen zu erwarten sind, darauf achten, dass gegebenenfalls Dehnungsfugen eingebracht werden.

Wir wollen dieses Thema hier nicht überbewerten, in den meisten Fällen ist die Verwendung eines sogenannten Flexklebers völlig ausreichend.
Dennoch weisen wir darauf hin, besonders in Zusammenhang mit grossen Werkstücken.
Als Hilfestellung für die Beurteilung dieser Notwendigkeit sind hier einige Beispiele für
Material-Ausdehnungs-Koeffizienten
in mm je m pro Grad Celsius

Chromnickelstahl 0,018
Kupfer 0.017
Zinn 0,027
Aluminium 0,024
Blei 0,028
Zink 0,029
Titanzink 0,021
Stahl 0,012

Besonders gross sind die Unterschiede in der Ausdehnung zwischen einigen Metallen und Naturstein. Sorgen Sie daher für eine dauerhaft elastische Verbindung, z.B. durch Silicon oder Kautschukverbindungen.

Die Wichtigkeit ähnlicher Koeffizienten zeigt sich am Beispiel von Stahlbeton - hier haben beide Komponenten dieses Verbundwerkstoffs ( Stahl und Beton ) den selben Wert und sind daher sehr temperaturunempfindlich.

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Ausdehnungskoeffizienten einiger weiterer Baustoffe

Kalkstein 0,007
Glas 0,008
Schiefer 0,008
Ziegelstein 0,005
Beton 0,012

Für eine Schieferplatte von 60 cm Länge ergibt sich als Richtwert daraus eine Ausdehnung von knapp einem halben Millimeter bei der Erwärmung von Frost im Winter zu einer starken Sonnenaufheizung im Sommer.
In der Praxis ist ein Unterschied von 100 °C zwar eher selten, sollte in Extremfällen aber berücksichtigt werden.

sollten Sie Baustoffe kombinieren wollen, deren Koeffizienten stark voneinander abweichen, befragen Sie zuvor einen Baufachmann.